Dividenden ETFs

Dividenden-ETFs bieten eine praktische Möglichkeit, von Dividendenzahlungen zu profitieren.

Kann ich mit ETFs eigentlich auch Dividenden einnehmen und mir damit ein passives Einkommen aufbauen? Falls ja, worauf muss ich achten um die richtigen ETFs auszuwählen und wie kann ich diese dann kaufen? Diese Fragen will ich dir heute einmal beantworten. Am Ende  des Artikels habe ich  dannnoch eine Liste mit ETFs für dich, die regelmäßig Dividende auszahlen und sogar kostenlos besparbar sind.

Viele haben dem Traum vom passiven Einkommen ohne aktive Arbeit. Auch wenn das nicht so einfach ist, wie sich das viele vorstellen, wollen wir uns heute mal eine Möglichkeit dafür anschauen. Die Rede ist von Dividenden aus Aktien, die von Unternehmen schon seit mehr als 200 Jahren ausgeschüttet werden.

Ein gutes Beispiel ist die Coca-Cola-Aktie, die seit Entstehung jedes Jahr die Dividende beständig erhöht. Hier ein Ausschnitt der Cola-Dividenden vom Jahr 1993 bis heute:

Cocal Cola Dividendenwachstum

Die Coca-Cola-Aktie zeichnet sich durch beständig wachsende Dividendenzahlungen aus.

Hier sieht man schön, wie die Dividenden seit Jahren steigen. Außerdem gelten dividendenstarke Titel häufig als solide, denn nur gut wirtschaftende Unternehmen können diese regelmäßig auszahlen. Grade in Zeiten niedriger Zinsen sind Dividendentitel eine attraktive Einnahmequelle für alle Anleger auf der Suche nach laufenden Erträgen.

Doch es gibt ein Problem…

Das Risiko ist sehr hoch, wenn man sein ganzes Geld in nur einen einzigen Dividendentitel investiert. Dies wird auch Klumpenrisiko genannt.

Um dieses Problem zu vermeiden, sollte man möglichst verschiedene Dividenden-Titel kaufen, also diversifizieren. Das Problem dabei ist jedoch, dass man dafür ein hohes Startkapital benötigt.

Grafik zu den Gefahren einzelnen Dividendentitel.

Eine Gefahren lauern, wenn man in einzelne Dividendentitel investiert.

Doch wie kann man jetzt günstig einsteigen und trotzdem von regelmäßigen Dividendenzahlungen profitieren, ohne dabei einem hohem Klumpenrisiko ausgesetzt zu sein?

Die übliche Antwort wäre ETFs zu nehmen, da hier zu geringen Kosten viele verschiedene Aktien in einem Wertpapier gebündelt sind.

Doch zahlen ETFs überhaupt Dividenden?

Glücklicherweise ja, wie du auf dieser Abrechnung einer meiner persönlichen ETFs sehen kannst.

Hier siehst du den Ausschüttungsbeleg einer meiner Dividendentitel.

Man sieht hier, dass mir pro Anteil 50 Dollar-Cent als Dividende ausgeschüttet wurden. Ich habe sechs Anteile, was dann ingesamt drei Dollar ergibt – pro Monat. Und das ist schon der erste Schritt, um eine regelmäßiges und unabhängiges Einkommen aufzubauen, welches nicht durch aktive Arbeit erwirtschaftet werden muss.

Hier geht es zunächst um den psychologischen Effekt und nicht um die Summe generell. Denn wie schon in anderen Videos und Artikeln erklärt, kommt die finanzielle Freiheit in Schritten und nicht von heute auf morgen.

Doch wie findet man den passenden ETF für sich?

Um den passenden ETF für dich zu finden, kannst du folgende Kriterien heranziehen.

Kriterium Nr. 1 – die Dividendenrendite

Formel für Dividendenrendite

Mit dieser Formel kannst du die Dividendenrendite ganz einfach selber ausrechnen.

Ein wichtiges Kriterium ist natürlich die Dividendenrendite, also wie viel du verdienst. Die Formel dafür lautet folgendermaßen:

Rendite = Ausschüttung der letzten 12 Monate pro Anteil / Kurs

Schauen wir uns dazu mal den ETF(WKN: AONECU) an, von dem ich dir eben den Auszug gezeigt habe. Man kann die Dividendenrendite nämlich einfach selber berechnen. (WKN: AONECU)

Hier sind wir auf dem justetf-Profil von dem eben genannten ETF. Zum einen haben wir den Kurs, der aktuell bei 103,69€ liegt. Um die Dividendenrendite zu berechnen, musst du zuerst auf „Ausschüttungen“ klicken. Dort werden dir dann die Ausschüttungen der letzten 12 Monate angezeigt.

Klicke auf Ausschüttungen um Details zu historischen Dividendenausschüttungen zu erfahren.

Den Durchschnittswert musst du zum Glück nicht selber berechnen, er wird unter der Box „Historische Ausschüttungsrenditen“ angezeigt. In unserem Fall liegt er bei 5,02€.

Dividenden Ausschüttungen 2

Hier siehst du eine Übersicht der Ausschüttungen der letzten 12 Monate.

Mit diesen Werten können wir jetzt ganz einfach die Dividendenrendite selber berechnen. Das Ergebnis ist eine Dividendenrendite von 4,84%, was in der aktuellen Nullzinsphase sehr attraktiv ist.

Gebühren beachten bei Dividenden ETFs

Beziehe bei der Berechnung der Rendite unbedingt immer die Gebühren mit ein!

(BILD)

Doch die Renditen sind ja nicht alles…

Darauf solltest du noch achten

Darauf achten bei Dividenden ETFs

Darauf solltest du bei Dividenden-ETFs noch achten.

Ertragsverwendung des ETFs 

Ein weiterer wichtiger Punkt neben der Rendite ist die Ertragsverwendung. Und zwar gibt es ETFs die ihre Gewinne ausschütten, wie wir eben gesehen haben. Und dann gibt es noch solche, die thesauierend sind, also die Dividenden ansparen.

Auszahlungsart – Fix ode Variabel?

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, ob es sich um eine „fixe Auszahlung“ oder eine „variable Auszahlung“ handelt.

Anleihen haben eine fixe Auszahlung, die auch „Coupon“ genannt wird. Dem gegenüber stehen die Aktien, die Dividenden zahlen, je nach dem wie die Unternehmen entscheiden.

Doch es gibt noch ein paar mehr Punkte zu beachten – wichtig zu wissen

Die Dividenden-ETFs bilden nicht direkt einen Index ab wie zum Beispiel den „Dax“. Hier handelt es sich um sogenannte „Smart-beta-Konzepte“, die systematisch Investment-Strategien umsetzen. Wie in unserem Fall bei den Dividenden-ETFs. Da es sich hier um aktiv zusammengesetzte Indices handelt, liegen die Kosten ein wenig höher, als zum Beispiel bei einem reinen DAX-ETF. Die Kosten liegen hier jedoch immer noch weit unter denen von aktiv gemanagten Fonds.

Zudem gilt es zu beachten: Die Dividenden der Unternehmen sind nicht sicher und auch nicht vorhersehbar. Es kann zu Krisen kommen, so dass Dividendenzahlungen von den Unternehmen ausgesetzt werden können.

Das kann dazu führen, dass einzelne Unternehmen plötzlich aus dem Dividenden ETF gekickt werden. Doch das ist kein Problem, denn in einem Dividenden-ETF sind ja viele verschiedene Unternehmen enthalten. Würden wie nur die Coca-Cola-Aktie wie anfangs gezeigt halten, hätten wir natürlich ein Problem.

Welche Dividenden-ETFs gibt es nun konkret?

Jetzt kommen wir zu dem, was dich wohl am meisten interessiert: Welche Dividenden-ETFs gibt es denn jetzt konkret? Dafür wollen wir uns einmal vier Beispiele anschauen.

Fangen wir mal direkt vor der Haustür in Deutschland an.

„DivDax“

DivDax Dividendentitel

Der DivDax vereint die 15 wichtigsten Dividendentitel des DAX.

Der Dix Dax beinhaltet die 15 Dax-Titel mit der höchsten Dividenden-Rendite. Ausgewählt werden die Titel nach der historischen Dividenden-Rendite. Die Gewichtung erfolgt auf Basis der Marktkapitalisierung. Das maximale Gewicht pro Einzeltitel beträgt 10% des Portfolios.

Schauen wir uns den Dividenden-ETF mal genauer auf justetf.com an. (iShares DivDAX UCITS ETF (DE) WKN: 263527)

Das Volumen des ETFs liegt bei 604 Mio. Euro. Es handelt sich um einen physischen ETF, was heißt, dass die im ETF enthaltenen Aktien 1:1 an der Börse gekauft werden. Die Ertragsverwendung ist „ausschüttend“. Mindestens einmal im Jahr werden die Dividenden ausgeschüttet. Mit einer Gesamtkostenquote von 0,31% p.a. ist der ETF außerdem sehr günstig.

Klicken wir noch einmal kurz auf „Ausschüttungen“, um zu sehen, wann die letzten Dividendenzahlungen gelistet wurden.

Zu guter letzt schauen wir uns noch an, wo wir den ETF kostengünstig besparen können. Klicke auf „beste Sparplan-Angebote“, um den besten Anbieter zu finden. In diesem Fall wäre „flatex“ der beste Broker, da er keine Gebühren für diesen ETF-Sparplan verlangt.

DivDax ETF flatex

Bei flatex kannst du den DivDax ETF kostenlos besparen.

Doch lass uns noch weitere interessante ETFs anschauen.

EURO STOXX Select Dividend 30

Der „EURO STOXX Select Dividend 30“ enthält 30 Dividenden-Titel aus dem EURO STOXX Index.

Der „EURO STOXX Select Dividend 30“ enthält 30 Dividenden-Titel aus dem EURO STOXX Index. Diesen ETF finde ich noch etwas besser als den „Div Dax“, da er doppelt so viele Title umfasst, besser gestreut ist und dadurch das Risiko gesenkt wird.

Des Weiteren werden neben der historischen Dividendenrendite, noch weitere Faktoren zur Bewertung herangezogen. Zwar fließt auch diese mit in die Auswahl ein, doch als zusätzliches Kriterium, müssen die Dividenden-Titel in den letzten 5 Jahren, ein positives Dividendenwachstum gehabt haben. Die maximale Ausschüttungsquote liegt bei 60%.

Die Gewichtung erfolgt anhand der erwarteten Dividendenrendite, welche quartalsweise angepasst wird.

Unter der WKN kannst du dir auf justetf.com wieder die Details des ETFs anschauen.

Stoxx Global Select Dividend

Dieser ETF umfasst 100 Dividendentitel aus aller Welt.

Wer sein Investment noch weiter streuen will, der kann auf den „STOXX Global Select Dividend 100“ zurückgreifen. Dieser umfasst 100 Dividendentitel aus dem STOXX Global 1800. Er bietet dadurch nicht nur eine sehr gute Diversifikation, sondern auch hohe Renditechancen.

Enthalten sind zum einen 40 Dividendentitel aus Nordamerika sowie je 30 Titel aus Europa und dem Asien-Pazifik-Raum.

Die Titelauswahl basiert auf der historischen Dividendenrendite und wie bei dem ETF davor, auf dem positiven Dividendenwachstum in den letzten 5 Jahren. Die Ausschüttungsquote liegt ebenfalls bei 60%. Letztendlich ist dann die erwartete Dividendenrendite für die quartalsweise Gewichtung der Dividendenrendite ausschlaggebend.

iShares STOXX Global Select Dividend – 100 UCITS ETF (DE) WKN: AOF5UH

Kommen wir zuletzt noch zu einem besonderen ETF…

S&P Global Dividend Aristocrats Index

S&P Global dividends aristocrats index

Dieser Titel umfasst „Dividenden-Aristokraten“ aus Industrie- und Schwellenländern.

Die Besonderheit an diesem ETF ist, dass er nicht nur 100 Dividendentitel beihaltet, sondern der zugrunde liegende ETF mehr als 10.539 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit beinhaltet.

In diesem ETF sind nur Titel enthalten, die in den letzten 10 Jahren steigende oder beständige Dividenden gezahlt hat. Der Fokus bei diesem ETF liegt also vor allem auf dem langfristigen und stabilen Dividendenwachstum.

Zusätzlich müssen alle enthaltenden Titel spezielle Aufnahmekriterien erfüllen. Dazu gehören fest definierte Substanz- und Ertragskriterien. Und trotz der strengen Aufnahmekriterien sorgt die Begrenzung von Einzeltitel-, Sektoren- un Ländergewichtung dafür, dass keine Klumpenrisiken im Index entstehen. Eine weitere bereits erwähnte Spezialität des ETFs ist, dass er nicht nur Aktien aus Industrieländern weltweit, sondern auch Schwellenländern umfassen kann.

Weitere Details könnt ihr hier finden: SPDR S&P Gloabl Dividend Aristocrat UCITS ETF WKN: A1T8GD

Meine ETF-Favoriten

etf favoriten dividenden

Das finde ich bei ETFs wichtig…

Ich persönlich bin ein Freund von globalen Dividenden-ETFs, weil sie eine breitere Streuung haben und dadurch das Risiko auf jeden Fall besser verteilt ist. Außerdem kann man  durch globale ETFs Chancen aus aller Welt wahrnehmen, was die Rendite erhöhen kann. Man sollte sich nicht dem „Home Bias“ hingeben und nur vor der eigenen Haustür investieren. Ein Dividenden-ETF der nur in Deutschland investiert, weist ein hohes Klumpenrisiko auf. Deshalb investiere ich mein Geld lieber in ETFs, die das Beste aus der ganzen Welt in sich vereinen. 🙂

So findest du Dividenden-ETFs

Bei justetf.com kannst du nach Dividenden-ETFs filtern.

Auf justetf.com kannst du gezielt nach Dividenden-ETFs suchen. Dazu musst du im Bild links erst auf „Aktienstrategien“ und dann „Dividenden“ auswählen. So kannst du alle verfügbaren ETFs nach denjenigen Filtern, die Dividendentitel enthalten.

Wenn du einen oder mehrere ETFs ausgewählt hast, dann nutze am besten einen kostenlosen Sparplan, um in den ETF zu investieren. Passende Broker sind zum Beispiel Flatex, die comDirect oder Consorsbank.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel eine kleine Einblick in die Welt der Dividenden-ETFs bieten.



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