Kleiner Fun Fact… wusstest du, dass wenn du über 183 Tage auf See lebst keine Steuern zahlen musst?

Das ist tatsächlich so. Es gibt sogar ein Schiff das unter der Flagge der Steueroase Bahamas segelt, auf dem sich betuchte Leute einen Wohnsitz aka. Kabine anmieten können.

Sie können so lange an Bord bleiben, wie es ihnen gefällt. Viele der Eigentümer verbringen einen Großteil des Jahres an Bord des Schiffes. Mit einem Großteil meine ich konkret über 183 Tage, denn dass ist die Grenze, ab der man keine Steuern zahlen muss.

Also wer das nötige Kleingeld hat und seetauglich ist, kann am besten gleich mitfahren.

Doch das halbe Jahr auf See verbringen schaffen nur die Wenigsten.

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Doch wie sparen eigentlich die großen Weltkonzerne Steuern?

Mann hört ja immer, dass diese so wenig Steuern zahlen. Doch stimmt das überhaupt?

Schauen wir uns zunächst eine Statistik dazu an. Und tatsächlich, Großkonzerne wie Apple zahlen meist ziemlich wenig Steuern.

Hier sieht man die Steuern von 2003 bis 2014. Apple hat hier nur 4,89 Milliarden US-Dollar Steuern bezahlt. Das hört sich zunächst viel an, doch eigentlich müssten es 14,50 Milliarden sein. Also das Dreifache von dem was Apple tatsächlich gezahlt hat.

Und man halte sich fest: 2003 lag der effektive Steuersatz von Apple bei nur 1%. 2014 lag er dann sogar nur bei 0,05%. Sprich: bei einer Million Euro Gewinn, hat Apple nur 50€ Steuern gezahlt. Nicht schlecht…

Doch wie schafft es Apple nun, so wenige Steuern zu zahlen?

Im Prinzip könnten die Konzerne einfach Ihr Geld in eine Steueroase überweisen, und so die Steuer umgehen. Doch so einfach funktioniert es nun doch nicht, denn hier möchte der Staat eine sogenannte Quellensteuer. In diesem Fall würde der deutsche Staat also sein Stück vom Kuchen abbekommen.

Deswegen muss man hier etwas diskreter vorgehen, und einen kleinen Umweg wählen.

Aber wie genau?

Nehmen wir folgendes Beispiel: Wir haben ein Unternehmen in Deutschland und das macht ordentliche Gewinne. Um Steuern zu sparen, eröffnet man jetzt ein zweites Unternehmen in einem Tiefsteuerland, zum Beispiel Holland. Eine sogenannte Briefkastenfirma.

Das Unternehmen in dem Tiefsteuerland verlangt jetzt sehr hohe Preise für interne Leistungen. Auf diese Weise wird das ursprüngliche Unternehmen in Deutschland künstlich arm gerechnet, und die Briefkastenfirma in Holland hat die ganzen Gewinne.

Hier fallen jetzt nur sehr geringe Steuern an. Holland ist dabei Europas Hintertür zu den Steueroasen. Angeblich fließen hier jährlich 4000 Milliarden durch die Niederlande durch. Das ist ungefähr die sechsfache Wirtschaftsleitung des Landes.

Doch damit ist das ganze Spiel noch nicht vorbei… Man muss noch ein weiteres Unternehmen in einer Steueroase wie den Seychellen gründen. Diese verlangt jetzt wiederum hohe Lizenzgebühren von dem Unternehmen in Holland.

Jetzt können wieder die Gewinne transferiert und gleichzeitig die Briefkastenfirma in Holland arm gerechnet werden. Die Gewinne sind erfolgreich in die Steueroase verschoben und das Geld ist sicher.

Am Ende kann sich der Konzern dann die Gewinne steuerfrei ausschütten lassen. Hier kann man ordentlich Steuern sparen.

In der Realität sind solche Strukturen meist noch wesentlich komplexer, mit unzähligen Briefkastenfirmen.

Um die Gewinne zu maximieren und die deutsche Quellensteuer auszuhebeln.

Doch habe die Großkonzerne keine Angst vor Strafe? Wie sichern die Konzerne sich ab?

Erst vor kurzem meinte ein Minister der EU: Inzwischen haben alle verstanden, dass es nach Mist riecht. Aber keiner hat bisher die Mistgabel in die Hand genommen und mal ausgemistet.

Was wäre besser, als eine rechtliche Absicherung, mit dem Finanzamt? Und tatsächlich… so etwas ist möglich.

Egal wie Abstrus diese Deals sein mögen: Konzerne versuchen vorab ihre Deals beim Finanzamt absegnen zu lassen. Aber diese Deals sind natürlich nicht kostenlos, und lohnen sich erst ab größeren Summen von 10 Millionen Euro zum Beispiel.

In der Abgabenordnung §178a „Kosten bei besonders Inanspruchnahme der Finanzbehörden“ kann man es nachlesen. Bereits für eine einfache Anfrage ruft das Finanzamt schon 20.000€ auf. Man sieht also, dass es sich für kleinere Beträge nicht lohnen kann.

Für die Großkonzerne allerdings, die Milliarden über verschiedene Ländern transferieren, kann es sich natürlich sehr lohnen.

Doch wer hilft den Großkonzernen jetzt bei der Steuervermeidung?

Da Steuervermeidung natürlich sehr profitabel ist, gibt es hier eine richtige Steuervermeidungs-Industrie. Die Hauptreiber: die großen Beratungsfirmen, auch Big 4 genannt, sind die größten Player im Game.

Noch interessanter ist, dass genau diese Beratungsfirmen die EU in Sachen Steuern beraten. So können sie lukrative Hintertüren einbauen, um später Steuern sparen zu können. Also Lobbyarbeit vom feinsten. Letztendlich sorgt das dafür, dass viele Politiker ihre eigenen Gesetze nicht mehr verstehen, weil sie so stark von den Berater geprägt wurden.

Auf der einen Seite, verhandeln dann wieder die gleichen Beratungsfirmen mit dem Finanzamt, im Auftrag der großen Konzerne.

Und dies ist ein ganz legales Instrument, um mit den Steuerbehörden diese Deals einzugehen. Diese werden „Rulings“ genannt, was man sinngemäß als „Sonderbehandlung“ übersetzen könnte.

Es gibt also quasi Brief und Siegel, dass eine bestimmte Technik erlaubt ist.

Und falls die Behörden keinem „Ruling“ zustimmen wollen, dann wandern die Konzerne einfach ab. Wir sagen mal: Läuft bei denen…

Doch wie können wir kleinen Leute Steuern sparen?

Die klassische Variante wäre wahrscheinlich einfach zum Steuerberater zu gehen. Doch selbst das ist für viele schon einfach zu teuer und oft nicht rentabel.

Eine weitere Alternative wäre ein Lohnsteuer-Hilfeverein. Doch wie der Name es schon sagt,  handelt es sich hier um einen Verein. Man muss also Mitglied werden, um Hilfe zu erhalten.

Die dritte Alternative ist Steuersoftware. Mittlerweile gibt es zahlreiche Programme, die einem bei der Steueroptimierung helfen. Diese Programme werden immer beliebter, da man einfach und unkompliziert seine Steuern machen kann.

Dazu habe ich eine sehr interessante von der Grafik von der Bitkom.

Inzwischen mache 21 Millionen Menschen ihre Steuererklärung elektronisch. Mit Programmen wie Smartsteuer, Buhlsteuersoftware, Steuererklärung für Studenten und was es noch alles so gibt.

Mir persönlich gefällt Smartsteuer am besten. Klar, wie bei anderen kann man natürlich alles online machen, aber die Besonderheit sind die Steuer-Tipps, die sich später auszahlen sollen.

Bei den Anbietern gibt es sehr viele individuelle Spartipps, die die aktuelle Gesetzeslage mit einbeziehen. So hat man meist sehr schnell die Kosten für die Nutzung der Steuersoftware schon wieder drin.

Oft kannst Du auch eine kostenlose Probeversion nutzen und dir im ersten Schritt eine Steuerspar-Einschätzung einholen. Wenn du siehst dass es sich für die lohnt, kannst Du ein den Service kostenpflichtig und vollumfänglich nutzen.

Meiner Meinung nach lohnt sich die Verwendung von Steuer-Software sehr.

Geld vom Staat zurückholen

Versuche stets das meiste aus deinen Steuer herauszuholen. Klar, wir können nicht so extrem wie die großen Konzerne sparen, aber was Du nicht zahlen musst, dass musst du auch nicht zahlen. Es gibt keinen Grund dem Finanzamt Geld zu schenken.

Achtet aber darauf niemals den Staat zu betrügen, denn als kleiner Mann kannst Du Dich kaum verteidigen. Und im Knast landen will ja keiner…

Und verwende auch nicht zu viel Zeit für Deine Steuern, denn man soll ja auch das Leben genießen.

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ℹ️ Quellen zum Video:

Alle Informationen im Video sind keine Anlageempfehlung oder Steuerberatung!

Statista Grafik – Apples Steuerzahlungen im Ausland – https://goo.gl/NEPx4T
Bitkom Grafik – ELSTER: 21 Millionen Steuererklärung per Internet – https://goo.gl/nrpCEf
Europa Karte – By TUBS [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/b…)], via Wikimedia Commons https://goo.gl/yxLpoa

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