Covered Call ETF: Lohnt sich ein ETF mit Optionsstrategie?

Es tut sich wieder was im ETF Universum. In den USA erfreuen sich Covered Call ETFs, also ETFs, die eine Optionsstrategie verfolgen, in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Denn insbesondere einkommensorientierten Investoren bieten diese ETFs vergleichsweise hohe Ausschüttungen in Kombination mit der ETF typischen niedrigen Gebührenstruktur.

Mit dem Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF (WKN: A2QR39) und dem UBS Euro Equity Defensive Covered Call SF UCITS ETF (WKN: A2P20A) haben es nun, die Abkürzung „UCITS“ verrät es, auch die ersten beiden europäischen Ableger dieser vergleichsweise neuen ETF Gattung zu den heimischen Brokern geschafft.

Was ist ein Covered Call ETF?

Covered Call ETFs sind ETFs, die eine Strategie verfolgen, bei der in Aktien investiert und gleichzeitig Call-Optionen auf diese Aktien geschrieben werden. Diese Strategie wird auch als „Verkauf von Call-Optionen“ oder „Covered Call Writing“ bezeichnet.

Der Global X NASDAQ 100 Covered Call ETF beispielsweise investiert in die Aktien des NASDAQ 100 Index, einem Index, der die 100 größten Unternehmen an der NASDAQ beinhaltet. Der ETF schreibt Call-Optionen auf die im Index enthaltenen Aktien und erhält dafür Prämien. Diese Optionsprämien werden an die Anleger des ETFs ausgeschüttet und tragen so zu der Rendite bei.

Warum sind Covered Call ETFs in den USA so beliebt?

Die Strategie des Covered Call Writing bietet zum einen den Vorteil, dass sie dazu beitragen kann, die Volatilität des Portfolios zu reduzieren und zum anderen den Vorteil, regelmäßige Einkommensströme zu generieren. Durch die Optionsprämien, die der ETF vereinnahmt, ist es nicht ungewöhnlich, dass Ausschüttungsrenditen von mehr als 10 % pro Jahr möglich sind und das auch auf sonst Ausschüttungsschwache Indizes wie den Nasdaq 100. Zudem besteht, zumindest in den USA, die Möglichkeit von diesen Prämien steuerfrei zu profitieren.

Global X Covered Call ETF Ausschüttung

Was sind die Nachteile?

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn beim Investieren gibt es keinen Free Lunch. ETFs wie der Global X bergen das Risiko, dass Anleger die potenziellen Gewinne aus steigenden Aktienkursen verpassen, da die Aktien zu einem festgelegten Preis verkauft werden, wenn die Call-Option ausgeübt wird.

Ganz vereinfacht gesagt: Was nicht mehr im Bestand ist, kann auch nicht von Kurssteigerungen profitieren. Das wird sehr deutlich bei einem Blick auf den Chart der amerikanischen Variante des Global X. Trotz sehr starker Börsenjahre hat der ETF konstant im Kurs eingebüßt. In steigenden Börsenphasen erholen sich diese ETFs in der Regel, je nach Strategie, weniger stark bis gar nicht.

Global X Covered Call ETF

Fazit: Für wen sind solche ETFs geeignet?

Grundsätzlich sollte man als ETF-Anleger nur mit Vorsicht in die automatisierten Optionsstrategien investieren und sie maximal als Beimischung nutzen. Zwar sind die hohen Ausschüttungen äußerst verlockend, jedoch bremst die Strategie den Total Return auch stark aus. Die ETFs sind deshalb nicht für Anleger geeignet, die sich noch in der Ansparphase befinden. Investoren, die von ihren Ausschüttungen bereits leben wollen, können eine Beimischung in Erwägung ziehen, sollten sich aber vorher mit der zugrunde liegenden Optionsstrategie vertraut machen, um das Verhalten des ETFs in Zukunft zu verstehen.

Der Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF ist unter der WKN: A2QR39 bei Scalable Capital handelbar.

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