ETF-Sparplan: Von der Theorie zur Praxis

1. Wie ich zum ETF Sparplan fand

Vor vielen Jahren begann ich damit, mich mit dem Thema Finanzen und Geldanlage auseinanderzusetzen. Was mich dabei vor allem verwunderte, war die Widersprüchlichkeit dieses Themas. Je mehr ich über die Finanzwelt herausfand, desto mehr Fragen stellten sich mir. Beispielsweise gibt es bereits seit 2013 grundsätzlich weniger als 1 % Verzinsung auf klassische Spareinlagen. Aktuell bewegt sich dieser Wert eher gegen 0 %. Wenn du also dein Geld auf einem Sparkonto parkst, verlierst du praktisch Geld beziehungsweise an Kaufkraft. Schließlich pendelt die Inflation in den letzten Jahren stets zwischen Werten von 1 und 2 %. Gleichzeitig kannte ich aber so gut wie niemanden, der selbst in andere Finanzprodukte investierte. Das passte einfach nicht zusammen. Wie kann sich jemand als Sparer bezeichnen, gleichzeitig aber jedes Jahr an Kaufkraft verlieren?

Ich begann also weiter nachzuforschen. Dabei fand ich dann heraus, dass das Anlageverhalten in Deutschland keineswegs die Norm ist. Wenn du beispielsweise einige US-Amerikaner befragen würdest, welche Geldanlagen sie besitzen, würde dir jeder Zweite von seinen Aktien erzählen. Dann würden Begriffe wie Sparplan, Depot und Indexfonds fallen. In Deutschland besitzt hingegen nur jeder Sechste Aktien beziehungsweise überhaupt ein Depot. Wenn du bei uns anfängst etwas von deinem ETF-Sparplan zu erzählen, erntest du erstmal oft verwirrte Blicke. Trotzdem ließ mich das Thema nicht los. Ich fragte also Freunde, die sonst eigentlich viel vom langfristigen Sparen halten, warum sie denn nur auf das Sparkonto und die klassische Immobilien setzen. Die Antwort war immer die gleiche: der Aktienmarkt sei viel zu riskant. Jede weitere Frage konnte kaum einer beantworten.

Diese – ich muss sie leider so nennen – Ignoranz konnte ich damals nicht ganz nachvollziehen. Heute kann ich sie nicht einmal so stehen lassen. Versteh mich nicht falsch. Wenn du bei der Geldanlage auf Wertpapiere setzt, solltest du wissen, was du tust. Wenn du aber mit den richtigen Tools arbeitest und geduldig bist, dann stehen die Chancen sehr gut, dass du langfristig eine lohnenswerte Rendite einfährst. Hier soll es deshalb um das vielleicht mächtigste aller Tools gehen, das selbst ein Anfänger mit ein paar Tipps schon effektiv schwingen kann: der ETF-Sparplan. An dieser Stelle will ich dir dabei helfen zu verstehen, was diesen Sparplan so effektiv macht, welche Begriffe du auf jeden Fall kennen solltest und welche Banken diese Möglichkeit anbieten. Außerdem will ich dir ganz konkret zeigen, wie du ein Konto eröffnest und mit dem Sparen beginnst. Dann steht deinem Investment in beispielsweise nachhaltige ETF, einem Fondssparplan oder nach etwas Erfahrung einen Aktien-Sparplan nichts mehr im Weg.

2. ETF – Mit gestreutem Risiko zur langfristigen Rendite

Zwei Frauen arbeiten am Erfolg

Vor was hatten sich meine Freunde bei Aktien gefürchtet, ohne es vielleicht einmal genau benennen zu können? Zusammengefasst wohl vor dem Risiko des (Total-) Verlustes ihres Investments. Sie sahen eine Aktienanlage also als eine Art Glücksspiel. Mit genau diesem Bild im Kopf will ich euch aber jetzt den ETF Sparplan vorstellen und deutlich machen, warum das kein Glücksspiel ist.

Für alle von euch, die ganz neu dabei sind, will ich ETFs ganz kurz erklären. Einen ETF kannst du wie eine Aktie in dein Wertpapierdepot packen. Ein Depot kannst du wiederum auch als Privatanleger bei vielen Banken eröffnen. Allerdings wird ein ETF nicht wie eine Aktie nur von einem Unternehmen herausgegeben. Stattdessen bildet der ETF die Entwicklung von ganz vielen Unternehmen ab. Alternativ gibt es auch andere Formen des ETF-Sparplan, der beispielsweise die Entwicklung von Staatsanleihen, Rohstoffen oder Währungen widerspiegelt. Zudem ist ein ETF passiv und wird durch niemanden verwaltet. Anders wäre das bei Fonds, die aktiv verwaltet werden, mehr kosten und auch als Fondssparplan bespart werden können.

HINWEIS
Du hast nun in etwa ein Gefühl dafür, was ein ETF ist. Gehen wir nun zurück zum Bild des Wertpapiermarkts als Casino. Beim Glücksspiel ist es so, dass ein Bankvorteil besteht. Dabei ist es egal, welches Casinospiel du spielst, du kommst stets maximal auf eine Rückzahlungsquote von rund 99 %. Wenn du beispielsweise 10.000 Runden Roulette spielst, dann verlierst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (dein ganzes) Geld.

Casino - Roulette

Im Falle der Kapitalmärkte ist das Spiel, zumindest historisch betrachtet, ebenfalls nicht fair. Statt eines Bankvorteils besteht hier aber ein Spielervorteil. Wenn du dir beispielsweise den beliebtesten unter den Indexfonds, den MSCI World, ansiehst, dann hatte dieser eine langfristige jährliche Rendite von rund 7 % seit 1990. Natürlich sind auch die Finanzmärkte nicht vor Krisen sicher. Denke hier nur an die Bankenkrise von 2008 oder an die Coronakrise 2020. Bisher konnte sich die weltweite Wirtschaft aber von jeder Krise, egal wie schlimm, mittel- bis langfristig wieder erholen. Der Finanzmarkt bietet dir also ein Spiel an, bei dem du langfristig einen Vorteil hast.

HINWEIS
Das wiederum heißt, dass du auch langfristig an diesem Spiel teilnehmen willst. Und hier kommt der Sparplan ins Spiel. Dank eines ETF-Sparplan kannst du regelmäßig ETFs in dein Konto packen. Aufgrund des erwähnten Spielervorteils kannst du deshalb langfristig von lohnenswerten Gewinnen, also einer Rendite, ausgehen. Gleichzeitig weichst du mit dem ETF-Sparplan oder Fonds-Sparplan auch der Gefahr aus, einen(Total-) Verlust zu erleiden, weil du nicht nur wie bei einer Aktie an einem Tisch setzt, sondern an vielen Tischen gleichzeitig.

Du siehst also, das Anlegen in dieser Form kann sich lohnen. Wenn du also startest, dann sollte es beim Einstieg im Idealfall ein ETF-Sparplan oder Fondssparplan sein. Ein Aktien-Sparplan würde ich hingegen nur allen empfehlen, die sich schon einige Jahre mit dem Investieren beschäftigen.

Bevor wir jetzt weitergehen, will ich noch etwas kurz zu meinen Ausführungen von gerade loswerden. Wenn ich hier von langfristigen 7 % durchschnittliche Rendite spreche, dann bezieht sich diese Aussage stets auf Erfahrungswerte der Vergangenheit. Ich habe ebenso wenig wie die größten Finanzexperten eine Glaskugel, mit der ich in die Zukunft sehen kann. Wenn du also jetzt einen einzelnen Sparplan anlegst, dann kann es sein, dass dieser die nächsten Jahre keine Rendite abwirft und dein Depot nicht zusätzlich wächst.

Viele Kritiker bringen dann hier immer das Extrembeispiel des japanischen Nikkei Index, der 1989 einen Peak von fast 40.000 erreichte, den er bis heute nicht wieder erreichen konnte. Ein solches Szenario ist aber unwahrscheinlich. Außerdem solltest du dich nicht nur auf einen Plan und nicht nur eine Asset Klasse – also Anlageklasse – verlassen. Dein Wertpapierdepot kann so dann auch noch Rendite einfahren, selbst wenn einer deiner ETFs über Jahrzehnte keine Zuwächse hätte. Wichtig bleibt aber immer, dass du langfristig dabei bleibt.

Doch genug von all dem Hintergrundwissen rund um die Themen Sparplan, Depot und Indexfonds. Jetzt soll es vor allem konkret um alle wichtigen Grundbegriffe gehen, die du vorm Anlegen deines ersten Sparplans auf jeden Fall kennen solltest.

3. Grundbegriffe der ETF Geldanlage einfach erklärt

ETF Geldanlage einfach erklärt

Bevor wir nun zum konkreten Anlegen eines Sparplan kommen, will ich dir noch kurz ein paar Begrifflichkeiten erklären, die du auf jeden Fall brauchst, sobald du einen ETF-Sparplan, einen Fondssparplan oder Aktien-Sparplan startest.

ETF: Ich habe vorhin schon kurz angerissen, was ein ETF ist. ETF steht für „Exchange-Traded Funds“, also Indexfonds, die entsprechend einen Index abbilden. Gleichzeitig bilden sie als Indexfonds den Index passiv ab. Das heißt, es gibt keinen Banker, der Umschichtungen in ihrem Aufbau vornehmen würde. Das hat den Vorteil, dass es auch keinen Banker gibt, dessen Einkommen du über Gebühren mitfinanzieren musst. Aus diesem Grund konnten ETFs in den letzten Jahren in Sachen Rendite auch besser gegenüber Fonds abschneiden.

Fonds: Bei Fonds, die du auch mit einem Fondssparplan besparen könntest, zahlst du nämlich höhere Gebühren. Das liegt daran, dass Fonds aktiv verwaltet werden. Der Herausgeber nimmt also regelmäßig Veränderungen in deren Zusammensetzung vor. Zu den Fonds gehören unter anderem Aktienfonds, mit denen du dich an verschiedenen Unternehmen beteiligst.

Sparplan: Dank diesem investierst du in einem festen Zeitintervall, also beispielsweise monatlich oder halbjährig, in eine Wertanlage. Im Falle eines ETF-Sparplan wäre das natürlich ein ETF. Wenn du einen über 100 € einrichtest, dann hättest du nach einem Jahr 1200 € in dein Depot eingezahlt. Damit werden dann noch die Gebühren verrechnet. Ein Sparplan wäre also so, als ob du bei monatlicher Einzahlung zwölf Mal separat in den ETF zu einem Fixbetrag investiert hättest. Hierzu brauchst du allerdings einen Anbieter, bei dem der gesuchte ETF auch sparplanfähig ist. Das sind leider nicht alle ETFs. Bei dieser Wertanlage fallen ebenfalls Gebühren für jede Order an. Eine Ausnahme bilden Aktions-ETFs. So bieten dir viele Banken oft eine Auswahl an ETFs, die zeitweise kostenlos bespart werden können. Wie du weißt, gibt es in der Welt der Finanzen aber keine Geschenke. Für die Banken ist ein kostenloses Angebot eine Werbeaktion, damit du ein Depot dort anlegst oder weiter in dein Depot einzahlst. Nach einiger Zeit werden solche Aktionen dann beendet und du zahlst wieder die normalen Transaktionsgebühren.

ETF Warenkorb

Buy & Hold: Hierbei handelt es sich um die Strategie von Anlegern, eine Wertanlage langfristig zu halten und nicht zu verkaufen. Das hat eine Reihe von Vorteilen. Einerseits sparst du dir so Transaktionsgebühren, die für jede Geldbewegung anfallen. Wenn du beispielsweise einen ETF auflöst und das freigesetzte Geld woanders investierst, zahlst du für jeden Schritt Gebühren. Und die mindern direkt deine Rendite. Zudem beschreibt Buy & Hold aber auch ein Mindset. Ein Anleger, der diese Strategie verfolgt, bleibt auch in Krisen gelassen und weiß, dass auch ein Sturm vorüberziehen wird. Das krasse Gegenteil wäre Day Trading, bei dem Anleger versuchen, mit bestimmten Werkzeugen und vielen An- und Verkäufen am Tag Geld zu machen.

Diversifikation: Eine Methode zur Risikominimierung, indem du auf verschiedene Assetklassen, Regionen und Branchen setzt. Ein Sparplan in Form eines ETF-Sparplan erfüllt diese Voraussetzung wunderbar, sobald du mehrere gestreute ETFs in dein Wertpapierdepot packst.

Index: Ein Index versucht einen bestimmten Markt abzubilden. Der DAX wäre ein solcher Index, der die Entwicklung der 30 größten deutschen Unternehmen abbildet. ETFs, Aktien-Indexfonds und Indexfonds erlauben es dir, in die Entwicklung eines solchen Index und damit beispielsweise einer gesamten Branche zu investieren. Dabei kommt es aber immer zu Tracking Errors, also einem Unterschied in der Entwicklung des Indexfonds und dem tatsächlichen Markt.

Cost-Average-Effekt: Du profitierst von diesem Effekt, sobald du einen Sparplan einrichtest und beispielsweise monatlich in dein Wertpapierdepot einzahlst. Da die Kurse immer schwanken, haben manche Anleger Glück und manche Pech. Wer Glück hat, staubt gerade einen besonders günstigen Kurs ab und kann sein Depot beispielsweise mit spottbilligen ETFs anfüllen. Wer Pech hat, erwischt beim Timing einen teuren Kurs und der Wert des Investments sinkt erstmal für lange Zeit wieder. Wenn du nun eine fixe Sparplanrate hast, dein Geld über die Jahre verteilt also gleichmäßig in dein Depot investierst, bist du nicht mehr von kurz- bis mittelfristigen Schwankungen abhängig. Stattdessen hast du dank eines Sparplans im Timing mal Glück und mal Pech. Langfristig gleicht sich das dann aus, was als Cost-Average-Effekt bezeichnet wird.

Ich hoffe diese Begriffe helfen dir dabei, das Thema ETF und Sparplan besser zu verstehen. Wer schließlich in der Praxis bestehen will, sollte zunächst in der Theorie überhaupt verstehen, was er da eigentlich macht.

4. Die beliebtesten Anbieter im Sparplan-Vergleich

Frau mit Puzzle

In Deutschland gibt es unzählige Banken, bei denen du ein Wertpapierdepot eröffnen und danach direkt mit dem Investieren in sparplanfähige ETFs beginnen kannst.

Ich habe mich dabei auf fünf der wichtigsten Anbieter konzentriert und will dir kurz verraten, welche Möglichkeiten du hier jeweils hast. Dabei handelt es sich um die Consorsbank, onvista, flatex, comdirect und die ING. Und ja, ich weiß dass es noch zahlreiche weitere Anbieter am Markt gibt, bei denen du vielleicht sogar schon ein Depot hast. Diese Übersicht soll es dir aber erlauben, auch ein Gefühl für den Wertpapierdepotmarkt zu entwickeln. Dann kannst du selbst einschätzen, was ein guter und schlechter Deal ist, sobald du dir die Konditionen eines Anbieters deiner Wahl ansiehst.

Starten wir direkt mit der Consorsbank. Diese hat 1,5 Millionen Kunden. Die Älteren unter euch kennen sie vielleicht auch noch als Cortal Consors, wie der Anbieter bis 2014 hieß. Die Consorsbank bietet euch beachtliche 554 sparplanfähige ETFs. Darunter befinden sich über 400 Aktien-ETFs, rund 100 Anleihen ETFs und einige Immobilien ETFs. Die Consorsbank bietet euch aber nicht nur eine breite Auswahl, sondern auch eine auffällig niedrige Mindestsparrate. So seid ihr bereits mit 25 € im Monat dabei und könnt auch schon bei Kleinbeträgen im Depot gut streuen, indem ihr verschiedene ETFs mit jeweils 25 € bespart.

Falls ihr langfristig bei der Consorsbank bleibt, bietet sich zudem die Funktion der automatischen Anpassung der Sparrate an. Hierdurch passt sich eure Sparrate beispielsweise eurem hoffentlich steigenden Gehalt und der Inflation an. Ebenso interessant ist die angebotene automatische Wiederanlage von Ausschüttungen. Abschließend noch kurz zu den Gebühren. Das Depot selbst ist bei der Consorsbank kostenlos. Für alle regulären Sparpläne zahlst du 1,50 % des Kaufwerts an Gebühren. Das lohnt sich also vor allem, wenn du eine niedrigere Sparrate hast. Zudem führt die Consosbank immer eine große Auswahl an Aktions-ETFs. Aktuell handelt es sich um fast 300 ETFs, die du komplett kostenlos besparen kannst. Die Consorsbank kann ich deshalb für alle Kleinanleger uneingeschränkt empfehlen, die erstmal mit kleineren Beträgen einen Fuß in die Welt der Indexfonds bekommen wollen.

Bank

Bei onvista bin ich immer etwas traurig, wenn ich an die Vergangenheit denke. So war onvista früher dafür bekannt, dass es zwar nur eine kleine Auswahl an ETFs hatte, die dafür aber alle kostenlos waren. 2019 änderte der Anbieter aber dann seine Politik und geht seitdem seinen ganz eigenen Weg. So bietet onvista grundsätzlich keine Aktionsangebote. Dafür fällt die Grundgebühr von 1 € äußerst fair aus. Ich respektiere deshalb onvistas Entscheidung, da ihren eigenen Weg zu gehen.

Die onvista Bank gibt es seit 1998. Heute bietet dir onvista 143 Sparpläne für ETFs. Die allermeisten davon bestehen aus Aktien und nur etwa 15 aus Anleihen. Die Sparrate für die monatliche Einzahlung in dein Depot liegt wiederum bei 50 € im Monat, also absoluter Durchschnitt. Mein Tipp wäre deshalb, dass du onvista vor allem nutzen solltest, wenn du monatlich mehr als nur 100 oder 200 € in deinem Depot als Sparplan einzahlen willst. Denn dann kannst du so richtig von der niedrigen Gebühr profitieren. Zudem solltest du bereits im Vorfeld wissen, welche EFTs du willst und gleich im Vorfeld checken, ob onvista sie auch führt. Bei den nur 143 Sparplänen kann es schließlich schnell passieren, dass onvista gar nicht das Angebot bietet, das du eigentlich suchst.

In Sachen Auswahl schaut es bei flatex schon ganz anders aus. Den Anbieter gibt es seit 2006 und er bietet aktuell beeindruckende 1004 sparplanfähige ETFs. Darunter befinden sich auch allerlei Nischenprodukte. Falls du also beispielsweise nachhaltige ETFs favorisierst, wirst du hier auf jeden Fall fündig. Für alle regulären ETFs verlangt flatex pro Ausführung 1,50 €. Damit ist es etwas teurer als onvista, aber immer noch gemessen an der Auswahl sehr günstig. Leider gibt es bei flatex schlechte News was die Depot Gebühren angeht. Wenn du ein Wertpapierdepot bei flatex unterhältst, musst du seit März 2020 0,1 % Gebühren zahlen. Das ist zwar nicht viel, aber trotzdem ärgerlich.

Zudem musst du noch aufpassen, kein Guthaben bei flatex anzuhäufen. Hier langt fletix ordentlich zu und verlangt gleich 0,5 % des Guthabenwerts an Gebühren. Investiere dein Geld bei flatex also besser schnell in ETFs, Aktien-Indexfonds oder nachhaltige ETFs, bevor du es nur als Guthaben ansammelst. In Sachen Sparplan beträgt die Mindestsparrate schließlich noch 50 €, also solider Durchschnitt. flatex bleibt damit ein klasse Anbieter, wenn du viele verschiedene ETFs besparen willst und immer darauf achtest, kein Guthaben anzusammeln. Zudem sorgt die Grundgebühr von 1,50 € dafür, dass vor allem Anleger mit hoher Sparrate profitieren.

Kommen wir nun zur comdirect. Dieser Anbieter richtet sich vor allem an Kleinanleger. Falls du monatlich unter einer Sparrate von 200 € bleibst, profitiert dein Wertpapierdepot schließlich von den günstigen Gebühren von 1,5 %. Dabei kannst du dich zwischen über 600 sparplanfähigen ETFs entscheiden, von denen jeweils derzeit 135 kostenlos sind. Die comdirect ist damit breit aufgestellt und du kannst nicht nur in Aktien-ETFs investieren, sondern auch einen Sparplan für Rohstoffe, Immobilien und Anleihen anlegen. Die Mindestsparrate von 25 € im Monat richtet sich ebenfalls an Kleinanleger, mit der du beispielsweise Indexfonds oder Aktien-Indexfonds besparen kannst. comdirect bleibt damit auch weiterhin eine wahre Allzweckwaffe, die einen super Kompromiss aus Gebühren und Auswahl bietet.

Kommen wir nun als letztes noch zur ING, die seit 2019 nicht mehr als ING-DiBa geführt wird. Die Auswahl bei der ING fällt ähnlich groß wie bei der comdirect aus. So kannst du hier fast 700 ETFs besparen, unter denen es auch nachhaltige ETF gibt. Die Gebühren für den Sparplan betragen 1,75 %, also etwas höher als bei der Konkurrenz. Dafür ist die ING aber auch für ihre Aktionszeiträume bekannt, in denen über 100 ETFs kostenlos als Sparplan zur Verfügung stehen. Die ING hebt sich damit durch keine Eigenschaft wirklich hervor. Gleichzeitig kannst du mit einem Depot bei der ING aber auch nichts verkehrt machen, wenn du deinen Sparplan hier startest.

5. So legst du einen Sparplan an

So legst du einen ETF Sparplan an - Mann am Laptop

Sobald du dich für einen Anbieter entschieden hast, musst du zunächst ein Wertpapierdepot eröffnen. Das genaue Vorgehen unterscheidet sich je nach Bank, ist aber immer online möglich und mit wenigen Klicks geschafft. Nachdem du dein Wertpapierdepot eröffnet hast, kannst du gleich loslegen und den ersten Sparplan anlegen. Du bist dabei auch nicht nur auf ETFs beschränkt, sondern kannst später auch in Aktien-Indexfonds investieren.

Um dir das Ganze zu verdeutlichen, zeige ich dir kurz, wie du einen Sparplan für dein Depot bei der ING anlegst. Nach dem Login gehst du zunächst auf „Direkt Depot“. Hier findest du oben bereits einen Reiter mit „Wertpapier-Sparen“. Ein Klick darauf bringt dich zu einer Suchmaske und einer Übersicht über jeden laufenden Sparplan. Hier kannst du dann direkt nach einem ETF suchen. Direkt darunter bietet die ING aber auch die Kategorie „Wertpapier-Sparplan Angebot“. Hier findest du eine Übersicht über alle aktuellen Aktionen und kannst einfach direkt mit dem Investieren beginnen. Dabei liefert dir jeder Broker auch Informationen, ob es sich beispielsweise um nachhaltige ETF handelt und welche Kosten der Sparplan für dein Depot nach sich zieht.

Ich hoffe, du hast nun einen Überblick über das Thema Sparplan, Depot und ETFs. Falls du nun direkt loslegen willst, empfehle ich dir zuvor noch andere meiner Artikel. So findest du hier beispielsweise auch einen konkreten Guide, wie du vorgehen solltest, wenn du mit nur drei ETFs starten willst. Hol dir also bei uns gerne noch weitere Infos, bevor du deinen ersten Sparplan anlegst.