ETF Steuern – Praxisbeispiel Optimierung der Besteuerung

Heute geht es darum, wie du bei einem ETF Steuern handhabst. Du bekommst eine kurze Anleitung, wie du steuereinfache von steuerhässlichen ETFs unterscheiden kannst. Wir schauen uns dazu in der Praxis ein paar Beispiele an. Dazu stelle ich dir zwei Varianten vor, wie du das tun kannst. Im ersten Teil über ETF Steuern habe ich dir ja erklärt, was überhaupt das Problem mit der Doppelbesteuerung ist. Dass wir das selbst deklarieren müssen. Dazu noch selbst vorschießen und später beweisen müssen, dass wir das schon gezahlt haben. Auch, dass es sehr schwierig werden kann, das die ETF Steuern selbst zu untersuchen.

Diesen Beitrag über „ETF Steuern“ kannst du dir hier auch als Video ansehen:

Heute soll es mehr in die Praxis der ETF Steuern gehen. Denn die Theorie ist das eine, doch wie finde ich in der Praxis einen steuerhässlichen ETF heraus oder wie vermeide ich ihn vielleicht sogar? Ich teile mit dir meine Ideen, wie du bei einem ETF Steuern am besten handhabst.

HINWEIS
Ich mache hier keine Rechtsberatung, es ist nur mein aktueller Wissensstand, der sich in der Zukunft jedoch ändern kann. Für Detailfragen zu ETF Steuern am besten einen Steuerberater hinzuziehen, damit du nicht in ein Fettnäpfchen trittst und am Ende etwas nachzahlen musst.

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Variante 1: Plattform justETF nutzen

JustETF Übersicht

justETF hat ein sehr schönes Tool für uns gebastelt, welches uns viel Arbeit abnimmt. Unter dem Punkt “Steuerliche Behandlung von Erträgen bei ETFs” siehst du die grünen Zeichen bei inländisch ausschüttenden ETFs. Das bedeutet kein Problem bei der Besteuerung. Du kannst direkt auf die 96 zur Auswahl stehenden ETFs springen und dir die passenden raussuchen. Bei den inländisch thesaurierenden ist alles ebenso alles auf Grün. 

Jetzt kommen wir zu den ausländischen ETFs. Im ersten Teil habe ich ja schon gesagt, dass diese problematischer sein können, weil die Depotbank das Geld oder die Steuern evtl. nicht automatisch abführen kann. Also, wenn es ausländische ausschüttende ETFs sind, dann haben wir dort auch kein Problem. Denn die Depotbank des Anlegers führt dann automatisch die Steuern ab und du musst dich nicht extra darum kümmern. So musst du es nicht selbst in der Steuererklärung anführen.

JustETF ausländische ETFs

Jetzt gibt es aber eine Ausnahme: Teilthesaurierung. Was bedeutet das? Wenn ein Teil der Gewinne nicht ausgeschüttet wird, sondern einbehalten wird. Dann kann es sein, dass man diese auch deklarieren muss ab einer 40% Grenze. Diese sog.ausstoßgleichen Erträge, also das einbehaltene Geld muss man trotzdem in der Steuererklärung deklarieren. Trotzdem findest du hier die 289 ETFs die ausschüttend und grün sind.

Dann haben wir die Kategorie, die meistens problematisch ist: Die ausländischen thesaurierenden ETFs. Also diese, die wirklich das Geld einbehalten und keine Zinsgewinne an dich ausgezahlt werden. Hier müsstest du deklarieren, dass du ein Problem hast. Aber das ist nicht bei allen so. Zum Beispiel bei den Swaps, die eigentlich nur ein Tauschgeschäft gegen einen Index sind. Also wo du gar nicht die realen Zinsgewinne bekommst. Sondern nur eine Art Zaubermantel, der drüber geworfen wird und der Staat nicht sehen kann, ob da überhaupt Gewinne anfallen. Es wird einfach nur als Indexperformance an dich weitergegeben. Wenn du auf die 571 klickst und dann auf Swap klickst, dann hast du 429 ETFs, die kein Problem haben und nicht steuerhässlich sind.

Variante 2: Der 3-Schritte-Plan mit dem Bundesanzeiger

Im Bundesanzeiger werden alle wichtigen steuerlichen Informationen für uns gelistet. Wir wollen das mit zwei konkreten Beispielen – einem steuereinfachen und einem steuerhässlichen ETF überprüfen. Es kann ja mal sein, dass du einen ETF hast und herausfinden willst, ob er jetzt steuerlich gut oder schlecht ist.

ETF Steuern - Beispiel Comstage

Dazu habe ich jetzt einen Beispiel ETF, den ComStage MSCI World. Gehen wir doch erst einmal unsere drei Punkte durch. Das Fondsdomizil gibt an, in welchem Land der ETF angesiedelt ist. Dieser ETF befindet sich in Luxemburg, also im Ausland. Das könnte Probleme geben. Er ist thesaurierend, also behält die Gewinne ein. Es wird nichts ausgeschüttet, das ist schon mal schlecht. Er ist jetzt aber nicht steuerhässlich, weil er synthetisch ist. Es fließen in diesen ETF gar keine realen Gewinne. Sondern wir bekommen nur von unserem Tauschpartner die Indexperformance geliefert und dadurch fließen da keine realen Geldsummen. Das müssen wir jetzt noch mal überprüfen, deswegen klicken wir auf “Stammdaten”. Dort steht “Steuertransparent”. Ist das jetzt gut?

ACHTUNG
Hier gilt es aufzupassen. Steuertransparent bedeutet hier nur, dass die steuerlichen Informationen an den Bundesanzeiger weitergegeben werden und wir sie dort einsehen können. Also nicht, dass es steuereinfach ist. Da musst du aufpassen.

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Bundesanzeiger - Comstage MSci World RN UCITS ETF

Nun müssen wir auf den Bundesanzeiger und dort auf „Bekanntmachungen“ gehen für das aktuelle Jahr. Dann müssen wir nochmal zurück gehen und kopieren uns die ISIN. Per Strg+F / Command+F suchen wir anschließend die ISIN im Bericht des Bundesanzeigers. Dort sehen wir, dass der Betrag der Ausschüttung 0 ist. Jetzt schauen wir, was wichtiger ist. Ausschüttungsgleiche Erträge heißen die thesaurierenden Beträge. Also einbehaltene Erträge. Die sind hier 0, weil es ein Swap ist. Jetzt wissen wir auch wirklich, dass dieser ETF steuereinfach ist.

JustETF Screenshot

Gehen wir jetzt zum zweiten Beispiel. Hier habe ich ein DB X-Trackers MSCI Europe. Fondsdomizil Luxemburg, also wieder Ausland. Er ist auch wieder thesaurierend, das könnte Probleme geben. Dazu ist er ein physisch replizierender ETF. Jetzt geht es wieder an die Überprüfung wie zuvor beschrieben.

Bundesanzeiger Screenshot

Nun erkennen wir, dass es hier Probleme gibt, weil dieser ETF Steuerhässlich ist. Man sollte diese ETFs meiden, wenn man das nicht selbst deklarieren und das Ganze vorschießen will. Beziehungsweise später beweisen muss, dass man schon Steuern drauf gezahlt hat, um keine Doppelbesteuerung zu bekommen.

bundesanzeiger Suche

Ich zeige dir auch noch mit anderen ETFs, wenn du nicht über justETF kommst. Dafür gehst du direkt auf den Bundesanzeiger und gibst dort die Kennnummer des ETFs ein. Für Suchbereich gehst du auf Kapitalmarkt. Dann brauchst du nur die Besteuerungsgrundlagen und nicht den ganzen Rest. So hast du alle Informationen, die du brauchst. Wie vorher beschrieben, schaust du nach, ob es thesaurierende Beträge gibt und der ETF somit steuerhässlich ist.

TIPP
Bei der Steuererklärung hilft dir auch die depotführende Bank. Diese informiert dich über Erträge und Thesaurierungen deiner ETFs in der Steuerbescheinigung.

ETF Steuern – Operative Gedanken zum Aufbau eines ETF-Depots

Wie kann man das steueroptimiert machen? Man hat ja den Sparerpauschbetrag, also einen Freibetrag von 801€ auf Kapitaleinkünfte, wie z.B. Zinsen oder Dividenden. Diese können wir über mehrere Tagesgeldkonten und Depots verteilen. Tendenziell macht es ja Sinn, thesaurierende ETFs zu nehmen, wenn man gerade mal neu anfängt bzw. Vermögen aufbaut. Vor allem um den Zinseszinseffekt zu nutzen.

Viele Menschen neigen dazu, die ganzen Auszahlungen, die man bekommt, nicht wieder zu reinvestieren oder zu rebalancen, sondern direkt wieder auszugeben. Was natürlich hinderlich für den Vermögensaufbau ist, wenn man am Anfang steht. Also könnte man meinen, dass es tendenziell immer besser ist, thesaurierende ETFs zu nehmen. Wenn die nicht steuerhässlich werden.

HINWEIS
Aber jetzt kann es durchaus Sinn machen, die ausschüttenden ETFs zu nehmen, anstatt die thesaurierenden. Warum? Durch die Ausschüttung kann man diesen Pauschbetrag besser nutzen. Weil wenn man jetzt einen Swap ETF hat, der über die Jahre weg den Zinseszins immer kumuliert. zahlt man den vollen Steuersatz, wenn man am Ende verkauft. Vorher hätte man dann aber natürlich einen genommen, der etwas ausschüttet, hätte man eine Steuerstundung schaffen können.

Dadurch, dass der Freibetrag immer voll genutzt wird. Also beim Swap muss man am Ende alles auf einmal zahlen, ohne den Freibetrag der Jahre zuvor nutzen zu können. Durch den Swap, der die Sachen verschleiert, sehen wir Gewinne erst am Ende und können nicht die Steuerstundung nutzen. Also kann es durchaus Sinn machen, auch am Anfang ausschüttende ETFs zu nehmen und die Steuern dadurch optimal zu nutzen.

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Was du aus dem Artikel mitnehmen kannst

  • Die Steuern nicht isoliert betrachten. Die Gesamtstrategie ist dabei wichtiger als die Steuern.
  • Man kann es steueroptimiert machen, indem man als Anfänger auszahlende ETFs nimmt, um den Steuerfreibetrag zu nutzen und eine Stundung zu schaffen. Später, wenn die Gewinne groß genug sind, kann man dann auf thesaurierende ETFs umschalten.
  • Domizil und Gebühren bei der Kapitalgesellschaft prüfen. Nimm nicht alles, was du auf justETF und co. liest als gesetzt, weil die Informationen manchmal verzögert aktualisiert werden.
  • Steuertransparent bedeutet nicht steuereinfach. Das bedeutet nur, dass die Steuerinformationen an den Fiskus weitergeleitet werden.
  • Wenn die Informationen nicht im Bundesanzeiger zu sehen sind, solltest du die Finger von solchen ETFs lassen, weil es dort sehr komplex werden kann.

Wenn du Fragen zu ETF Steuern hast, kannst du sie gerne unten in die Kommentare schreiben! Hier haben wir noch einen Steuer-Guide zum Download für dich.

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