Fidor Bank – Test – was taugt die digitale Bank wirklich?

Die Fidor Bank wurde mehrfach ausgezeichnet für seine Produkte und Dienstleistungen, zuletzt als Innovator des Jahres 2019 durch das deutsche Wirtschaftsmagazin brandeins. Doch was zeichnet diese Bank eigentlich aus und unterscheidet sie sich wirklich so sehr von einer N26 Bank? Wir haben uns die Bank einmal etwas genauer angeschaut und für euch die Vor- und Nachteile recherchiert.

Digitales Banking ist die Zukunft, da wird kein Weg daran vorbeikommen. Gerade für jüngere Kunden ist ein schnelles und sicheres Banking System unerlässlich, egal ob für den privaten oder geschäftlichen Gebrauch. Das hat auch die Fidor Bank verstanden. Die Bank ist dem entsprechend aufgebaut und besitzt nur eine Zentrale in München. Ansonsten gibt es keine Filialen oder physischen Standorte. Sie fügt sich somit in eine Reihe europäischer Banken ein, die ein Angebot für eine junge, technikaffine Generation bereitstellen. Rein digitale Banken gibt es mittlerweile einige, die Frage ist nur inwiefern unterscheidet sich die Fidor Bank von der Konkurrenz. Das wollen wir heute einmal anschauen.

Fidor Bank - Frau nutzt ihr Tablet während sie einen Kaffee trinkt

Auf der eigenen Webseite werben sie mit dem Slogan „in 10min. zum Girokonto“. Ihr Fokus ist definitiv auf einem jungen Kundenkreis, der technisch up-to-date ist und kostenbewusst.

Der Name selbst leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „mir wird vertraut“. Ein gutes Motto für eine Bank. Aber nur wegen des Namens alleine sollte man ihr nicht einfach so vertrauen. Gerade nach dem ganzen Debakel mit Wirecard, tut man gut daran, Banken etwas genauer anzuschauen, bevor man ihnen sein Geld anvertraut.

Entstanden ist die Bank aus der 2003 gegründeten Kölsch Kröner & Co. AG. Die beiden Gründer Mathias Kröner und Martin Kölsch sind ehemalige Banker und sahen das Potenzial in einem neuen Konzept von Banking. Seit 2009 operiert die Bank nun unter dem heutigen Namen mit einer Bankenlizenz. In der 11-jährigen Unternehmensgeschichte gab es schon ein paar Meilensteine.

2016 wurde die Direktbank aufgekauft von der französischen Bankengruppe BPCE. Aus der Überlegung heraus, ihr Portfolio europaweit zu erweitern und das Angebot für digitales Banking auszubauen, kam der Deal zustande. Diese Kollaboration stand aber ab 2018 auf wackeligen Beinen und BPCE versuchte die Fidor Bank zu verkaufen. Der Prozess war ohne Erfolg und schließlich trennte sich der Gründer und Vorstandschef Mathias Kröner von der Bank.

Das Ziel der Fidor Bank war von Anfang an der etablierten Bankenbranche ein neues Konzept entgegenzustellen, in dem sie eine online Banken-Community gründen wollten, die aktiv über die sozialen Medien mit ihren Kunden interagiert und so Anregungen und Ideen direkt aufnehmen kann. Die Art wie heute Kommunikation mit den Kunden eben abläuft.

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In 10min. zum Girokonto – geht das wirklich?

Waage Zeit ist Geld

Eine Anmeldung soll einfach und schnell möglich sein heutzutage. Dem Wunsch kommt die Bank nach. Die einzigen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Kontos sind die Volljährigkeit sowie ein ständiger Wohnsitz in Deutschland. Das Konto eignet sich also nicht für Schülerinnen und Schüler. Ebenfalls ist ein Gemeinschaftskonto nicht möglich. Das Angebot ist schlank erstellt, bei den tiefen Gebühren aber auch nicht anders möglich. Über die Fidor Banking App hat man Zugang zu seinem Konto und allen Features der Bank.

Im Google Play Store hat die Fidor Smart Banking aber nur knapp 100‘000 Downloads und verfügt über leider eine nicht so gute Bewertung von 2.7 Sternen von 5. Im Vergleich: die N26 App hat über 1. Mio. Downloads und 4.1 Sterne. Die Identifikation für das Konto erfolgt dann über Video mit einem Mitarbeiter der Bank. Auch da gab es etwas Kritik, weil den Kunden versprochen wird, dass innerhalb weniger Minuten jemand verfügbar ist. Es kann aber auch schon mal länger dauern bis der Verifizierungsprozess durch ist. Die 10min müssen also mit etwas Vorsicht betrachtet werden.

Was bietet Fidor alles an?

 Smart Giro-KontoGeschäftskonto
Digitale MastercardKostenlos, inkl.Kostenlos, inkl.
Fidor Smartcard24€/Jahr
Debit Mastercard12€/Jahr36€/Monat
Kontoführungsgebühr5€/Monat5€/Monat
Bargeldbezug via Fidor Cash3x/Monat gratis, danach 3€1x/Monat gratis, danach 3€
Bargeldeinzahlung via Fidor CashBis 100€/Monat kostenlos, danach 1,75%Bis 100€/Monat kostenlos, danach 1,99%
MindestlaufzeitKeinekeine
Mastercard Zahlungen weltweit in Fremdwährungen1,5%1,5%
Dispozins8,5%12,5%
Bargeldabhebung an Geldautomaten mit Mastercard3€3€

Verschaffen wir uns erst einmal einen kleinen Überblick. Die Bank hat lediglich jeweils ein Konto Produkt für Privat- und Geschäftskunden. Das erscheint auf den ersten Blick recht wenig. Braucht es eventuell gar nicht mehr?

Fidor Smart Giro-Konto

Mann trägt Aktenordner

Das Standardkonto für Private bei der Fidor Bank heißt Smart Giro-Konto. Mit dem Konto erhältst du alle Features, sowie eine kostenlose digitale Mastercard. Das ist ganz praktisch für alle, die kein Bargeld groß brauchen und im Alltag eh meistens mit Karte alles bezahlen. Ein großer Werbepunkt der Fidor Bank war bis vor kurzem die kostenlose Kontoführung. Diese gilt aber nicht mehr und beläuft sich pro Monat auf 5€, unabhängig davon wie viel Geld man einzahlt.

Wer aber mehr als 10 gültige Transaktionen im Monat verbuchen kann, kriegt diese 5€ wieder als Aktivitätsbonus zurücküberwiesen. 10 Transaktionen sind relativ schnell mal noch erreicht, wenn man eh alles mit Karte bezahlt. Auch Geldein- oder -auszahlungen zählen darunter und sogar Kryptowährungskäufe und -verkäufe. Wer aber neben dem Konto noch einen Ratenkredit oder einen Spar- oder Kapitalbrief von Fidor hat, zahlt keine Kontoführungsgebühr mehr. Diese entfällt dann.

Fidor Smart Girokonto – Kostenfrei

Wie andere digitale Banken verfügt auch die Fidor Bank über keine Filialen. Bargeldbezug und Einzahlungen sind aber möglich über Fidor Cash. Dabei kann bei über 12‘000 Partnern in Deutschland über die App Geld ein- und ausgezahlt werden. Einzahlungen bis 100€ im Monat sind kostenfrei, danach fallen 1,75% Gebühren an auf den zusätzlichen Betrag. Wer Geld abheben möchte, kann das 3x im Monat gratis machen, danach zahlt man 3€ pro Abhebung.

Welche Kreditkarten bietet Fidor Bank an?

Neben der bereits erwähnten digitalen Mastercard, bietet Fidor ebenfalls noch eine Mastercard Debit sowie ihre Smartcard an. Was bringen diese so für Vorteile mit sich?

Eine physische Karte macht dann Sinn, wenn du nicht mit deinem Handy bezahlen willst. Manchmal werden diese auch nicht immer akzeptiert. Die Debit Mastercard kostet mit 12€ im Jahr an sich nicht viel aber jede Abhebung am Automaten kostet dich 3€, in Fremdwährungen zusätzlich noch 1,5% vom Betrag als Gebühr.

Die Fidor Smartcard ist mit 24€ pro Jahr schon deutlich teurer, hat aber den Vorteil, dass zwei Abhebungen im Monat inklusive sind. Ab dem dritten Mal zahlt man dann 2,50€. Die Gebühr für Fremdwährungen ist aber auch bei der Karte bei 1,5%.

Beide Karten sind Debitkarten und können manchmal Probleme verursachen, da sie nicht über ein großes Limit verfügen. So werden sie teilweise in Hotels oder beim Buchen von Mietwagen abgelehnt.

Die Bank bietet über die App natürlich auch Zahlungen mit Apple Pay an, für Android Phones besteht die Möglichkeit mit Fidor Pay kontaktlos zu bezahlen.

Fidor Geschäftskonto

Zwei Geschäftsfrauen schütteln sich die Hände

Für geschäftliche Zwecke gibt es das Geschäftskonto der Fidor Bank. Auch dieses ist mittlerweile nicht mehr kostenlos. Interessant ist jedoch, dass verschiedene Unternehmensformen hier ein Konto eröffnen können. So auch Einzelunternehmer, die oftmals eine schlechtere Bonität vorweisen. Das muss man der Fidor Bank zu Gute halten. Es wird eine Schufa Bonitätsprüfung durchgeführt, aber die Anforderungen scheinen geringer zu sein als bei anderen Banken. Positiv fällt auch auf, dass keine Buchungskosten erhoben werden. Das ist bei privaten Konten meist eh nicht der Fall, bei Geschäftskonten aber schon.

Die Möglichkeit Bargeld einzuzahlen ist für Geschäftskunden bei der Fidor Bank eher etwas umständlich. Nur wer ab und zu kleinere Beträge einzahlen muss, profitiert von der Bank. Ansonsten kommt man mit dem täglichen Limit von maximal 999€ und den Gebühren von 1,99% nicht weit.

Geschäftskunden können ebenfalls die digitale Mastercard verwenden. Die physische Business Debit Mastercard kostet 3€ pro Monat oder 36€ im Jahr. Die Konditionen sind ähnlich wie bei der Mastercard für Privatkunden. Eine EC-Karte gibt es auch für Geschäftskunden nicht bei der Fidor Bank.

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Weitere Banking Produkte

Mann steht in einem Berg Rechnungen

Dispokredit / Ratenkredit

Für private Kunden wirbt die Bank mit einem Dispoentscheid innerhalb einer Minute bei bis zu 10‘000€. Der Zins von 8,5% ist dabei auch noch recht attraktiv. Dieses Angebot steht allen Kunden offen.

Für Geschäftskunden gibt es den sogenannten Speed Dispo, wo auch versprochen wird, innerhalb von 60 Sekunden einen Bescheid zu erhalten. Die Anforderungen sind aber ein wenig anders. So muss der Firmensitz in Deutschland liegen und man muss bereits seit 6 Monaten Kunde der Fidor Bank sein. Dafür erhält man dann einen Zins von stolzen 12,5%.

Auch durch einen Ratenkredit kannst du dir als Kunde bei Fidor Geld leihen. Der Zins ist bonitätsabhängig und variiert zwischen 1,61 – 13,47%.

Sparbrief/Kapitalbrief

Bei der Fidor Bank gibt es an sich verschiedene Möglichkeiten Geld zu investieren. Durch die Nullzinspolitik der EZB ist aber kaum noch etwas lohnenswert. So werden seit 2019 weder Spar- noch Kapitalbriefe verzinst. Es gibt noch ein paar andere Optionen bei der Fidor Bank Geld anzulegen, aber dazu später noch mehr.

Zusätzliche Angebote der Fidor Bank

Mann tauscht sich mit der Community aus

Handel mit Kryptowährung

Jetzt kommt wirklich eine Besonderheit der Bank. Dass man über ihre Plattform auch mit Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, handeln kann, ist schon als Alleinstellungsmerkmal zu bezeichnen. So bietet die Bank in Zusammenarbeit mit der Exchange bitcoin.de eine einfache Möglichkeit, Kryptos zu kaufen und verkaufen. Besonders für Neueinsteiger ist das praktisch und unkompliziert. Die Gebühr bei Kauf und Verkauf von 0,1% des Kaufpreises ist dabei überraschend attraktiv.

Im Gegensatz zu anderen Plattformen, bei welchen die Verifizierung einige Tage in Anspruch nehmen kann, hast du als Fidor Kunde mega schnell einen Account bei bitcoin.de und kannst anfangen zu traden. Der Handelsplatz bitcoin.de ist dabei ein etablierter Player und führend auf dem deutschen Markt. Eine sichere Abwicklung ist also garantiert. All das kannst du einfach und direkt in der App tätigen.

Handel mit Edelmetallen

Ein weiteres interessantes Produkt der digitalen Bank war der Handel mit Edelmetallen. Mit ein paar wenigen Klicks konntest du Edelmetalle kaufen, verkaufen oder als Geschenk versenden – und das rund um die Uhr, zu beliebigen Stückelungen und zu günstigen Konditionen. Der Kauf ist seit dem 05. November 2019 nicht mehr möglich und der Verkauf und Versand sind auch nur noch bis 10. August 2020 möglich. Danach wird das Produkt komplett eingestellt. Die Bank begründet den Entscheid mit dem Rückgang der Nutzung und des hohen internen Aufwands.

Alle noch vorhandenen Bestände werden danach zum tagesgültigen Kurs verkauft und auf das entsprechende Girokonto überwiesen. Kunden der Fidor Bank müssen aber nicht komplett auf den Handel mit Edelmetallen verzichten. Der neue Partner der Bank heißt GoldMoney und ist seit 2001 auf dem Markt. Das kanadische Unternehmen bietet ebenfalls kostengünstige Konditionen an und die Möglichkeit in verschiedenen Hochsicherheitstresoren weltweit verteilt seine Edelmetalle einzulagern. Der Zugang ist wieder direkt über den Fidor Cash Manager verfügbar in der App. Somit ändert sich für den Kunden auch nicht viel.

Zurzeit bieten sie den Kauf von Silber, Gold, Platin und Palladium an. Die Konditionen variieren dabei zwischen 3,24% und 6,02%.

Fidor Smart Community

Im Zeitalter von sozialen Medien hat sich die Bank das Wort Community groß auf die Fahne geschrieben. Dabei haben sie eigens für sich eine Plattform kreiert, auf der Nutzer sich untereinander austauschen und Fragen stellen können. Die Mitglieder geben sich auch gegenseitig Tipps zum Geld sparen und anlegen. So wollen sie ein wenig auf den Zug moderner Kommunikation aufspringen und ihre Kundebindung erhöhen. Sie nennen das „soziales Banking“ und sehen ihre Kunden eher als Clubmitglieder, die aktiv die Produkte der Bank auch mitgestalten nach ihren Bedürfnissen.

Zu Beginn konnten die Kunden sogar noch selber darüber mitbestimmen, wie hoch die Zinsen auf ihr Geld sein sollen. Das war jedoch 2006 vor der Finanzkrise. Heute sehen die Bedingungen etwas anders aus.

Wie sicher ist die Fidor Bank?

Hacker sitzt am Computer

Nachdem wir uns jetzt ausführlich die verschiedenen Angebote angeschaut und verglichen haben, kommen wir nun zum fast wichtigsten Teil – das Thema der Sicherheit. Banken stehen vermehrt wieder unter Beobachtung, zu Recht auch. Nach dem Skandal von Wirecard muss man erneut genau prüfen, wem man sein Geld anvertraut. Wie steht es also um die Sicherheit bei der Fidor Bank?

Einerseits schauen wir die finanzielle Sicherheit der Bank an, in einem zweiten Schritt auch die technische.

Seit 2009 verfügt Fidor über eine Vollbanklizenz. Mit dieser Lizenz sind die Einlagen im Rahmen der EU-Richtlinie immerhin bis 100.000€ abgesichert (nationale Einlagensicherung).

Vom technischen Aspekt her gibt es scheinbar ein wenig Kritik an den Sicherheitsstandards der Bank. So gab es in den letzten Monaten vermehrt Meldungen in den Medien, dass Sicherheitslücken zutage gekommen sind. Im Sommer 2019 wurde bemerkt, dass seit einer Weile auf der Fidor Community Plattform anstatt der Nickname des Kunden, seine E-Mail-Adresse angezeigt wurde.

Dieser grobe Fehler wurde zwar nach dem er bemerkt wurde, umgehend behoben. Der Schaden war aber schon angerichtet. Und auch mit ein paar einfachen Tricks konnte man archivierte Webseiten nach wie vor rekonstruieren und somit auch die E-Mail-Adressen. Fast noch schlimmer als der Vorfall selbst, war die Kommunikation von Seiten der Fidor Bank, was viele Kunden verärgerte. So wurde unter anderem der Beitrag im Forum, der das Problem veröffentlichte, intern gelöscht und nicht kommentiert. Nicht gerade das Verhalten, was man von einer Bank erwartet.

Bereits einige Monate davor kam es zu einer anderen IT-Panne. Kunden mussten zum Teil mehrere Tage auf Überweisungen warten, die normalerweise innerhalb von Sekunden ausgeführt werden. Der Unmut der Kunden war groß, vor allem weil die Kundenhotline während Stunden total überfordert war. Auch 2020 scheinen die technischen Probleme nicht abzureißen.

Anfang des Jahres erhielten mehrere Kunden eine Meldung, dass ihre Konten eingefroren sind aufgrund einer Pfändung. Was aber natürlich nicht der Fall ist. Wieder wurde von Wartungsarbeiten im Netzwerk gesprochen und die Kommunikation der Bank war mehr als dürftig. Es scheint als gäbe es ein internes Problem. Gerade bei der Kundenbetreuung werden starke Abstriche gemacht. Die Frage stellt sich, ob die Bank mit den gewachsenen Anforderungen und Größe des eigenen Geschäfts umgehen kann. Bisher scheint das nicht der Fall zu sein.

Positives und Negatives zusammengefasst

Nach dem wir das Angebot der Fidor Bank nun ausführlich unter die Lupe genommen haben, können wir uns ein besseres Bild machen und die Vor- sowie Nachteile nochmals zusammenfassen.

Positives der Fidor Bank

Der positivste Aspekt der Bank ist sicherlich ihr modernes Angebot. Ganz besonders ihre einzigartige Zusammenarbeit mit bitcoin.de ermöglicht ihren Kunden schnell und sicher Kryptowährungen zu kaufen. Das ist definitiv ein Bedürfnis. Auch die einfache Handhabung in der App, wo alle Funktionen vereint sind, bietet viel Komfort und ist übersichtlich.

Das Konto bei der Bank ist zwar an sich nicht mehr kostenlos, aber die Gebühren werden dir trotzdem rückvergütet, wenn du es auch nutzt. Scheinbar gab es zu viele inaktive Nutzer, die nach dem Wechsel auch abgesprungen sind. Aber auch mit 5€ Kontogebühren im Monat reiht sich Fidor trotzdem weiterhin bei den kostengünstigen Banken ein.

Ebenso positiv ist die Tatsache, dass die Bank trotz der tiefen Gebühren ihrer Kunden, sowohl private wie auch geschäftliche, gute Konditionen anbietet. Beispielsweise der Dispozins. Sowohl Einzelunternehmer mit eher minderer Bonität, wie auch GmbHs mit komplexerer Unternehmensstruktur kriegen ein Konto. Das zeichnet die Bank definitiv aus.

Negatives der Fidor Bank

Trotz der positiven Punkte, die wir jetzt erwähnt haben, muss die Bank auch ein wenig Kritik einstecken.

Frau treibt mit einem Rettungsring im Wasser

Es kommt natürlich immer auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden darauf an, aber ein Negativpunkt ist der mangelhafte Kundenservice. Auch wenn die Bank bewusst auf ihre Community setzt und die Moderatoren in ihrem Forum die Probleme der Mitglieder lösen sollen, so kann nicht komplett auf eine professionelle Ansprechstelle verzichtet werden.

Gerade die Unternehmenskommunikation bei größeren Veränderungen wurde immer wieder kritisiert und bemängelt. Bei den jeweiligen Pannen im letzten Jahr, wurde erst nach langer Zeit öffentlich darauf eingegangen, obwohl das Problem schon länger bestand. Der Kundenservice ist telefonisch nur unter der Woche erreichbar und scheint des Öfteren überfordert. Gerade wenn solche Zwischenfälle passieren, laufen die Telefone heiß und die Kunden erwarten eine Antwort. Diese fällt oft aus.

Der Aufruhr war groß, als bekannt wurde, dass die Bank Kontogebühren erheben wird in Zukunft. Viele Kunden fühlten sich hintergangen, dass sie zuerst mit einem kostenlosen Konto angelockt wurden und jetzt auf einmal doch Gebühren anfallen. Dass du als Kunde die 5€ als Aktivitätsbonus wiederbekommst, wenn du mind. 10 Transaktionen hast, scheint viele nicht zu besänftigen. Mir erscheint das aber ein fairer Deal. Auch N26 musste sich mit dieser Kritik auseinandersetzen. Wer seinen Kunden so viel verspricht, muss früher oder später auch mit Gegenwind rechnen. Das Bankengeschäft ist hart umkämpft.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Anzahl an IT-Problemen, mit denen die Bank in den letzten Monaten zu kämpfen hatte. Die Probleme wurden zwar immer gelöst, aber jedes Mal waren es Kunden, die die Bank auf die Mängel aufmerksam machen mussten. Jedes Mal wurden Wartungsarbeiten am System verantwortlich gemacht, aber eine Bank von der Größe kann nicht jedes Mal technische Abstürze haben, wenn Wartungen durchgeführt werden müssen. Gerade eine Bank, die sich so als technischer Pionier positioniert hat. In dem Bereich scheint es noch Nachholbedarf zu geben bei der Bank.

Abschließendes Fazit – wie geht es weiter?

Mann steht auf einem sinkenden Schiff

Die Fidor Bank war definitiv ein Vorreiter was digitales Banking in Deutschland anbelangt. Eigentlich wurde der Bank eine große Zukunft vorausgesagt. Langsam wurde sie aber überholt von anderen Playern in der Branche. Schon lange ist sie nicht mehr die einzige Bank, die komplett auf digitales Banking setzt.

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Ihre Vorreiterrolle hat sie immer noch im Bereich Kryptowährungen. Die Frage ist nur wie lange noch? Das restliche Angebot von Fidor ist sonst eher im Durchschnitt der Bankenlandschaft Deutschland. Die Zufriedenheit der Kunden nimmt mehr und mehr ab. Die ständigen Pannen und der schlechte Service haben dem Ruf des einstigen Vorzeigeschülers geschadet. Die Bank nennt keine Zahlen wie viele Kunden sie derzeit haben. 2018 waren es noch ca. 300‘000.

Wer also ganz wenige Anforderungen an sein Girokonto hat oder es hauptsächlich für seine Kryptkäufe nutzen will, für den ist das Smart Giro-Konto wohl geeignet. Für Geschäftskunden eignet es sich vielleicht auch als Zweitkonto um Gebrauch zu machen von den kostenlosen Buchungen, die das Geschäftskonto anbietet. Es ist zu hoffen, dass sich die Fidor Bank wieder aufrappelt und zu ihrer alten Innovationskraft zurückfindet.

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