Passives Investieren mit ETFs – Rendite, Risiko, Gebühren Keine Bewertungen bisher.

Herzlich Willkommen zu Teil 3 der Serie “Passives Investieren mit ETFs”. Heute wollen wir uns einmal anschauen, welche Stolpersteine und Fallstricke passives Investieren mit ETFs beinhaltet. Auch, wie du diese vermeiden kannst, damit du kein teures Lehrgeld bezahlen musst. Dazu nehmen wir folgende Fragen mal genauer unter die Lupe:

  • Für wen sind ETFs überhaupt geeignet?
  • Welche Renditen für passives Investieren zu erwarten?
  • Welche Risiken bestehen beim passiv Investieren mit ETFs?
  • Wie sind ETFs überhaupt aufgebaut?
  • Was kosten ETFs?

Diesen Beitrag über „Passives Investieren“ kannst du dir hier auch als Video ansehen:

ETF - Passives Investieren: Rendite, Risiko, Gebühren & Replikation 3/4
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Bevor wir loslegen, rekapitulieren wir noch mal kurz, was du aus dem letzten Teil mitgenommen haben solltest, um mir jetzt folgen zu können:

ETF bedeutet „Exchange Traded Funds“ oder auf Deutsch „Börsengehandelter Indexfonds“. Mit diesen ETFs können wir an der Wertentwicklung ausgewählter Wertpapiere profitieren.

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Diese Wertpapiere sind z.B. Unternehmen aus der ganzen Welt. Aber auch passives Investieren  mit Rohstoffen wie Öl oder Gold, aber auch Anleihen und Immobilien ist mit ETFs möglich. Dadurch, dass wir in ein Bündel von Wertpapieren bei einem Index investieren, reduzieren wir das Risiko. Im Gegensatz dazu, wenn wir nur in ein Wertpapier oder eine Aktie investieren würden. Mit diesem Wissen können wir Schritt für Schritt die Fragen der heutigen Lektion beantworten. 

Für wen sind ETFs überhaupt geeignet?

ETFs sind für all diejenigen eine attraktive Alternative, die bei Finanzberatern oder Bankangestellten ein ungutes Gefühl haben. Oft stellt sich die Frage, ob sie einem wirklich helfen wollen. Oder wollen sie sich nur selbst die Taschen vollmachen? Also ist passives Investieren mit ETFs eine spannende Lösung für dich, wenn du den Vermögensaufbau lieber in deine eigene Hände nehmen willst. So musst du den „Experten“ nicht mehr blind vertrauen.

Du willst höchstwahrscheinlich dein Geld auch nicht auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto anlegen, weil dort die niedrigen Zinsen dein hart erspartes Geld langsam auffressen. Außerdem hast du keine Lust, den Märkten täglich zu folgen, um vor lauter Rauf und Runter nicht mehr ruhig schlafen zu können. Stattdessen möchtest du sprichwörtlich lieber in der Hängematte liegen und nur ein bis zweimal im Jahr dein Portfolio kontrollieren. Wenn du dich in diesen Punkten wiederfindest, dann sind ETF auf jeden Fall eine interessante Alternative für dich.

Passives Investieren – Welche Renditen sind zu erwarten?

Eine zentrale Frage, die sich viele Anleger stellen, wenn sie passiv investieren. Es kommt darauf an, in welche Art von ETF investiert wird. Eine Pauschalantwort gibt es dafür nicht. Was wir beantworten können ist, dass der ETF in der Regel nicht mehr als der zugrunde liegende Index gewinnen kann.

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D.h. die ETF Rendite entspricht dem Wachstum des zugrunde liegenden Index. Wenn der ETF den DAX nachbildet, kann er nicht mehr als der DAX gewinnen. Und genau das ist unser Ziel. Wir wollen den zugrundeliegenden Index so genau wie möglich abbilden, damit wir am langfristigen Wirtschaftswachstum profitieren können.

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Hier sehen wir eine Grafik zum langfristigen Wachstum der Märkte von 1990 bis 2015. Es waren 600 % beim DAX und Dow Jones aus den USA. Doch das Ganze gibt es nicht ohne gewisse Risiken, wie bei jedem Investment.

Passives Investieren – Welche Risiken gibt es?

Es gibt zwei Arten von Risiken beim passiv Investieren mit ETFs: Die allgemeinen und die individuellen Risiken.

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Würde der komplette vordere Stein mitsamt den Menschen abbrechen, würde das alle diejenigen betreffen, die sich noch im vorderen Bereich aufhalten. Das wäre das allgemeine Risiko. Individuell hingegen wäre es, wenn ein einzelner Mensch durch Unachtsamkeit von der Klippe fällt. Doch schauen wir uns mal die allgemeinen Risiken genauer an. 

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Da haben wir zunächst das Marktrisiko. Dieses Risiko bezieht sich auf die Schwankungen des Referenzindex. Sprich, ein DAX ETF würde sich auf den DAX beziehen. Verliert der DAX an Wert, so tut es auch der ETF. Das ist das normale Marktrisiko, welches aber geringer ist, als würden wir nur in ein einzelnes Unternehmen investieren.

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Der nächste Punkt ist das Währungsrisiko. Da es ETFs nicht nur in Euro gibt, sondern auch in anderen Währungen wie Dollar, besteht ein Währungsrisiko, wenn wir in einen anderen ETF mit einer anderen Währung investieren. Beispiel: Wir investieren in einen ETF, der in Dollar ist. Somit ist unser Geld in Dollar gelistet. Der ETF gewinnt 10 % an Wert. Also haben wir rein hypothetisch einen Gewinn von 10 %. Jedoch wird in diesem Zeitraum der Euro 10 % stärker. Jetzt müssen wir beim Verkauf unser Geld von Dollar wieder in Euro umtauschen. Somit hätten wir einen Verlust von 10 %. Der Gewinn des ETFs von 10 % wäre komplett aufgefressen. Diese Währungsrisiken gilt es zu beachten.

Das dritte große Risiko sind Kursrisiken. Man nennt das Tracking Error. Das ist die Differenz zwischen dem abgebildeten Index und den eigentlichen ETFs. Das hat mit der Abbildung bzw. der Replikation der ETFs zu tun. Dazu später mehr. 

Mit diesen drei Risiken sind ungefähr 80 % der Risiken beim passiv Investieren mit ETFs abgedeckt.

Wie sind ETFs aufgebaut?

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Damit es keine böse Überraschung gibt und wir plötzlich in den tiefroten Zahlen stehen, müssen wir auch verstehen, wie ETFs eigentlich aufgebaut sind. Dort gibt es einige Unterschiede. Dabei spielen Gebühren auch eine gewisse Rolle, die auch noch gleich behandelt werden. Wir haben z.B. den ganz normalen DAX. Dieser soll jetzt abgebildet werden. Da gibt es drei verschiedene Varianten der ETF Replikation in der Praxis:

Physische Replikation: Der Index wird 1:1 abgebildet. D.h. es werden genau die gleichen Aktien in der gleichen Gewichtung wie aus dem DAX gekauft. Damit kann der Markt sehr genau abgebildet werden mit nur einem sehr geringen Tracking Error. Das funktioniert bei einem DAX noch sehr gut.

Swap Replikation: Wenn man in größere ETFs wie dem MSCI World mit über 1.000 Unternehmen investieren möchte, wird das relativ schwierig. Weil dadurch sehr hohe Kosten entstehen würden. Es gibt gewisse Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen oder steuerliche Aspekte. Die machen es fast unmöglich, eine physische Replikation herzustellen, ohne enorme Kosten zu verursachen. Dafür musste man sich eine Lösung einfallen lassen und diese nennt sich synthetische Abbildung bzw. Swap Replikation.

INFO
Lass dich von dem Wort Swap nicht verwirren. Als ich das erste Mal das Wort “Swap” in einer Finanzvorlesung gehört habe, konnte ich damit auch nichts anfangen. Im Grunde genommen ist das nur ein Tauschgeschäft zwischen unserem ETF Fonds und einem anderen Kontrahenten, wie z.B. einer Bank.

Ganz einfach, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, wie funktioniert dieser Swap? Das Tauschgeschäft beinhaltet, dass der Geschäftspartner des Swap-Kontrahenten die Indexrendite inklusive aller Dividendenzahlungen zahlt. Im Austausch dafür erhält dieser eine Gebühr und die Rendite des Wertpapierkorbs, der als Sicherheit im ETF Vermögen gehalten wird.

Durch diese synthetische Abbildung kann man ETFs erzeugen, die ansonsten sehr schwer möglich wären, wie z.B. den MSCI World oder Produkte am Geldmarkt.

Teilreplikation: Diese erbgibt sich aus der ersten Variante. Das ist die Teilreplikation oder Sample Replikation. Es wird z.B. aus dem DAX nur ein Sample herausgezogen. Sprich von den 30 Unternehmen sind vielleicht nur fünf bis zehn, die einen Großteil des ganzen DAX ausmachen. So packt man nur diese in einen ETF und spart dann Handelskosten, die man für die anderen ausgeben würde. Diese müssten geringer sein, als der Tracking Error, der dadurch entsteht, dass man nicht genau den DAX hält. Um welche Art von ETF es sich handelt, kann man immer im jeweiligen PDF oder auf der Webseite nachlesen. 

Worauf solltest du bei einem ETF achten?

Du musst jetzt nicht wissen, wie der ETF 1 : 1 abgebildet wird, wie du auch nicht verstehen musst, wie der Motor funktioniert. Aber trotzdem ein paar hilfreiche Faustregeln, die du auf jeden Fall mitnehmen solltest:

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Es gibt ein Kontrahentenrisiko: Wenn der Swap Partner ausfällt, kann es passieren, dass es einen Verlust bei uns gibt. Dieser ist jedoch auf maximal 10 % begrenzt. Bei vielen ETF Anbietern ist es sogar so, dass der Sicherheitskorb größer als das Risiko ist. Teilweise wird dieser mit 110 bis 120 % besichert. Falls es zu einem Ausfall kommt, treten keine Verluste für die Anleger auf. Die physische Replikation bzw. in physische ETFs zu investieren, macht Sinn bei kleinen Indizes, weil die Kosten dort relativ gering und sie leicht abzubilden sind.

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Wenn man aber in sehr komplexe Produkte passiv investieren will, die sehr speziell sind, macht es Sinn, eher synthetische zu nehmen. Denn die Kosten werden sehr hoch sein. Teilweise sogar höher, als der Tracking Error, der daraus entstehen könnte.

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Passives Investieren – Die Kosten von ETFs

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Was kosten ETFs? Wir haben eben schon gesehen, dass die Abbildung damit sehr viel zu tun hat. Unser Ziel muss es sein, die Kosten weitgehend zu minimieren, damit wir unsere Rendite am Ende maximieren können. Denn nur so können wir langfristig den Vermögensaufbau vorantreiben. Der größte Vorteil von ETFs ist, dass sie günstiger als gegenüber aktiv gemanagten Fonds sind.

Dazu mal ein kleiner Vergleich zwischen passivem Investieren mit ETFs zu aktiven Investmentfonds: Bei aktiven Investmentfonds gibt es zuerst einmal den Ausgabeaufschlag. Wenn du 1000 € investierst und 5% Ausgabeaufschlag hast, würdest du nur 950 € investieren. Beim ETF gibt es diese Kosten nicht.

Dann gibt es die Gesamtkostenquote, die auch Total Expense Ratio (TER) genannt wird. In dieser TER sind alle Verwaltungs, Betriebs- und sonstige Kosten und Gebühren enthalten. Diese liegen eigentlich immer unter einem Prozent bei ETFs. Bei aktiv gemanagten Fonds können diese teilweise 3 % übersteigen.

Dann gibt es noch die Transaktionskosten, die nicht in den TERs hineingerechnet sind. Darunter fallen Neugewichtung, Swapgebühren oder Wertpapierleihe. Schauen wir uns doch mal an, was dieser Unterschied in Zahlen über mehrere Jahre ausmacht:

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Hier die Entwicklung der Kosten im Zeitablauf. Nehmen wir z.B. 10.000 € und legen diese einmal an mit einer hypothetischen Rendite von 8 % pro Jahr über 25 Jahre. Dann schauen wir uns das mit 1, 2, 3 und 4 % an.

  • Bei der Erhöhung um 1 % kostet uns das über 25 Jahre 20 % des kompletten Vermögens. Das sind 10.000 €. 
  • Bei 3 % sind es 36 %, die wir weniger haben. Also 32.000 € gegen 50.000 €.
  • Wenn die Gebühr bei 4 % statt 1 % liegt, werden damit 50 % des Vermögens aufgefressen, nämlich 25.000 €. 

Mit diesem Beispiel siehst du sehr stark, dass wir die Kosten unbedingt minimieren müssen. Denn jede Gebühr, die wir sparen, ist bares Geld über lange Zeit.

Das waren erst einmal ganz schön viele Informationen auf einmal, die erstmal verarbeitet werden müssen. Sollten dennoch Fragen offen bleiben oder etwas unklar sein, dann schreib mir doch mal in die Kommentare. Ich werde jede einzelne Frage beantworten. Als Hinweis: Es gibt keine dummen Fragen, deswegen einfach Fragen stellen, vielleicht können diese wiederum einem anderen helfen.

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In diesem und den vorherigen Artikeln haben wir gelernt, wie die theoretischen Grundlagen aussehen. Im nächsten Artikel geht es darum, das Gelernte über passives Investieren nun langsam in die Praxis umzusetzen. Deswegen werden wir uns anschauen, wie du dir in wenigen Schritten ein ETF Portfolio selbst zusammenbauen kannst. 

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